Im größten Quertal der Ostalpen meinen es die Gastgeber mit der Angebotsvielfalt mindestens so ernst wie die Natur, die hier in allen Höhenlagen klotzt. NATURE-FITNESS-Autor Lutz Bormann kam aus dem Staunen kaum raus.
Im größten Quertal der Ostalpen meinen es die Gastgeber mit der Angebotsvielfalt mindestens so ernst wie die Natur, die hier in allen Höhenlagen klotzt. NATURE-FITNESS-Autor Lutz Bormann kam aus dem Staunen kaum raus.

Nach einem zu kalten verregneten Mai zaubert die heiße Junisonne für ein paar Tage Blütenmeere auf die Almen und zerfetzt die Firnmäntel unter den Gipfeln der Stubaier und Ötztaler Alpen. Über-
bordendes Grün, rauschende Wassermassen aus allen Runsen, Klüften und Kaskaden, dazwischen Almbauern, die nach der langen Winterpause an den Steilhängen hinter den Balkenmähern hängen und nun kaum mit der Arbeit nachkommen.
Im Ötztal ist die Natur nicht nur ein grandioser Gast-
geber, sondern auch ein strenger Gebieter. Kurz nach dem ersten Talaufschwung weitet sich der Einschnitt, und Oetz, einer der Hauptorte und ehemals Sitz der Gerichtsbarkeit für das Tal, macht mit stählernen Ausrufezeichen in der Landschaft das Markenzeichen klar: Ötztal ist das Synonym für ein schier uner-
schöpfliches Skidorado.
Im Sommer stehen die Liftanlagen nicht still, denn Wanderer nutzen sie dankbar als Aufstiegshilfen. Das ist im Ötztal auch angebracht, wo die Höhenunter-
schiede zwischen Parkplatz und Gipfelkreuz schnell mal die 2000-Meter-Marke hinter sich lassen. Ab Mitte Juli sind die alpinen Schutzhütten geöffnet, aber auch schon vorher sind gemäßigte Wanderer und Familien in der Höhe willkommen. Von Oetz sind es mit der Acherkogelbahn nur wenige Minuten bis auf die Almenregion Hochoetz auf gut 2000 Metern Höhe. Freilich zeigt die Natur hier auf den ersten Metern die Spuren des regen Wintergeschäfts: Schlepplifte, Sesselbahnen, Skialmen und urige Einkehrschwünge neben den Wendepunkten der Liftanlagen. Kühtailealm und Bielefelder Hütte sind die ersten Rastmöglichkeiten, wenn man sich nicht zu einer größeren Tour entschließen möchte und den Tag hier oben verbummeln will. Gerade kleineren Kindern hat die Kühtailealm mit Spielplatz und Riesentrampolin viel Kurzweil zu bieten. Auf dem Talweg lädt der Gasthof Schönblick zur Einkehr.
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